Es muss so Winter 89/ 90 oder im Frühjahr 90 gewesen sein. Der "wilde Herbst" war vorbei und es deutete alles auf ein Ende der DDR hin, als sich Robert, Norman und Hinkel kennen lernten. Ein paar Monate später erzählte Norman, dass er `nen jungen Punker kennen gelernt hat, der auf Hinkels Schule ging - Troidler. Troidlers Schwester Franzi spielte damals bei den "Inchtabokatables" und sein Schwager bei der alten Berliner Band "Die Firma". Er selbst spielte Schlagzeug. Da Norman Bass spielte und in Troidlers Haus noch ein Typ wohnte (ich glaube der hieß Christian) der Gitarre spielte, beschloss man einfach in Troidlers Zimmer Mucke zu machen. Dieser Typ stellte sich jedoch bald als Idiot heraus und so fragte man Robert (der zur damaligen Zeit beim Bandprojekt "Klappernde Gullydeckel" Gitarre spielte) ob er nicht mitmachen wollte. Er wollte und von da an versuchten wir richtige Lieder zu machen. Wir waren eine Band! Der näxte Rückschlag lies nicht lange auf sich warten: Troidler zog nach Rampe ins damalige Stasiobjekt. Nicht weit von Schwerin, aber für uns, die alle kein Auto hatten, natürlich schwer erreichbar. Seine Mutter beschaffte uns aber auf diesem Gelände einen Proberaum. Einen riesigen Raum für uns, Musik machen, Alkohol und tun und lassen was wir wollten - ein Traum!!!

In dieser Zeit entstanden dann auch eigene Sonx, wie die heute noch bekannten "Skinhead" oder "Ohne Arbeit" (hieß damals noch "Arbeit, Arbeit" und hatte einen leicht anderen Text) und man coverte auch Sonx wie z.B. Betoncombo`s "Nazis raus!", Infernos "Liebeslied" oder einige Sonx von Schleim Keim und ähnlichen Bands. Fast jedes Wochenende waren wir 4 nun zusammen. Gesungen hat mal Hinkel, mal Robert, mal Norman und fast jedes Wochenende hatten wir nen neuen Bandnamen (mir fallen da jetzt nur noch "Epidemie", "Takoi", "S.E.K.", "HIV" ein). So langsam kamen auch immer mehr Punx aus den Dörfern der Umgebung und Schwerin zu den Proben. Es war meist nur eine reine Party mit ein wenig Livemucke.

Die Zeiten überschlugen sich. Die Baracke in der wir probten sollte abgerissen werden. Kurz darauf bekamen wir, dank Troidlers Mutter, wieder einen Proberaum. Es war ein altes Heizhaus, in dem wir uns nun austoben durften. Nun hieß es erst mal "Subotnik" oder auf gesamtdeutsch "Arbeitseinsatz". Es wurden Wände abgerissen und neu gemauert, Durchbrüche gestartet & abgedichtet. Das Material haben wir auf irgendwelchen Baustellen "gefunden" oder die Kohle zusammengelegt. Das alles passierte in wenigen Wochen und es wurde Winter. Bei den Renovierungsarbeiten entstand auch unser Name. Er stand irgendwann über der Tür geschrieben. Es war provokant, wie der unserer alten Helden "OHL", "Stosstrupp" oder "SS Ultrabrutal" und prägnant. Ab nun hieß es immer:"...in den Volxsturm Proberaum".

Es entstanden Sonx wie "So wie wir", "Oi!", "Alltag" und "Biertrinken", welches übrigens in der damaligen Version ein reiner Skasong war. Dann - im Herbst `93 der erste "offizielle" Gig! Es sollte nach Greifswald gehen, wo unsere Kumpels von "o.b." spielen sollten und wir sie supporten durften. (...)

 
© Volxsturm 2009